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Weinwissen

PIWI-Weine aus der Steiermark: Muscaris & Souvignier Gris richtig auswählen

guteweinegenuss
aktualisiert: 10. Oktober 2026 07:59
KI-Symbolbild - PIWI Weine - Wein Genuss Steiermark
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PIWI-Weine sind längst mehr als ein Versuchsfeld für besonders nachhaltigen Weinbau. Gerade in der Steiermark findet man inzwischen zahlreiche Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Zwei Namen tauchen dabei besonders häufig auf: Muscaris und Souvignier Gris.

Für Weintrinker ist aber weniger entscheidend, wie widerstandsfähig eine Rebe im Weingarten ist. Viel spannender ist die Frage: Wie schmecken diese Weine – und welcher PIWI passt zum eigenen Geschmack?

Kurzantwort: Muscaris ist meist die bessere Ausgangswahl für alle, die intensive Muskat-, Blüten-, Zitrus- und Kräuteraromen mögen. Souvignier Gris wirkt häufig etwas ruhiger, würziger und körperreicher und kann stilistisch näher an klassischen kräftigen Weißweinen liegen. Beide Sorten werden jedoch unterschiedlich ausgebaut – von trocken bis süß. Deshalb lohnt sich der Blick auf Etikett, Restzucker, Alkohol und Produzent.

Muscaris oder Souvignier Gris: die schnelle Entscheidung

Wenn du suchst … Eher Muscaris Eher Souvignier Gris
deutlich aromatischen Weißwein Ja möglich
Muskat-, Blüten- und Zitrusnoten typisch weniger typisch
würzigen, körperreicheren Stil möglich häufig interessant
frischen Aperitifwein guter Ausgangspunkt je nach Ausbau
Wein zu Fisch oder kräftigerer Küche bei aromatischen Gerichten häufig vielseitig
Alternative zu klassischen Burgunderstilen eher nicht eher ausprobieren
restsüßen oder süßen Weißwein kommt vor kommt ebenfalls vor

Die Tabelle ist eine geschmackliche Orientierung. Entscheidend bleibt der konkrete Wein: Jahrgang, Reife, Restzucker, Säure und Ausbau können den Stil deutlich verändern.

Was bedeutet PIWI überhaupt?

PIWI ist die gebräuchliche Kurzform für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Diese Reben wurden so gezüchtet, dass sie gegenüber wichtigen Pilzkrankheiten des Weinbaus wie Echtem und Falschem Mehltau widerstandsfähiger sind als viele klassische Rebsorten.

Das ist für Weinbaubetriebe interessant, weil dadurch der Bedarf an Pflanzenschutzmaßnahmen erheblich reduziert werden kann. Weniger notwendige Behandlungen können wiederum weniger Traktorfahrten, geringeren Energieaufwand und weniger Bodenbelastung bedeuten.

Einen Überblick über die Sorten, aktuelle österreichische Entwicklungen und den jährlichen Weinpreis bietet PIWI Österreich.

Wichtig: „Pilzwiderstandsfähig“ bedeutet nicht, dass die Rebe unter allen Bedingungen vollkommen immun gegen Krankheiten wäre. PIWI-Sorten besitzen unterschiedliche Widerstandsfähigkeiten. Auch bei ihnen bleiben Weingartenpflege, Beobachtung und situationsabhängige Maßnahmen notwendig.

Sind PIWI-Rebsorten gentechnisch verändert?

Nein. Moderne PIWI-Sorten entstehen durch klassische Kreuzungszüchtung und anschließende Selektion über viele Generationen. Es handelt sich nicht um gentechnisch veränderte Organismen.

Ziel der Züchtung ist es, die gewünschten Wein- und Traubeneigenschaften etablierter Rebsorten mit einer besseren Widerstandsfähigkeit gegenüber bestimmten Pilzkrankheiten zu verbinden.

Gerade dieser Punkt wird häufig missverstanden: Eine neue Rebsorte muss nicht im Labor gentechnisch verändert worden sein. Auch traditionelle Weinreben sind das Ergebnis jahrhundertelanger Auswahl, Kreuzung und Weiterentwicklung.

Warum sind PIWI-Weine gerade in der Steiermark interessant?

Die Steiermark verbindet Weinbau mit steilen Lagen, vergleichsweise hohen Niederschlägen und damit teilweise erhöhtem Pilzdruck. Genau unter solchen Bedingungen kann die Widerstandsfähigkeit neuer Rebsorten besonders interessant werden. Das Thema ist inzwischen keineswegs marginal. Beim PIWI Austria Weinpreis 2026 wurden 242 Weine von 88 Weingütern aus acht österreichischen Bundesländern eingereicht. Zu den häufigsten weißen Sorten gehörten Souvignier Gris und Muscaris.

Nach aktuellen PIWI-Angaben sind österreichweit rund 2,2 Prozent der Rebflächen mit solchen Sorten bepflanzt. In der Steiermark liegt der Anteil mit rund 3,4 Prozent höher.

Aktuell 2026: Vier Kategoriensiege des PIWI Austria Weinpreises gingen in die Steiermark. Unter anderem gewann ein Souvignier Gris des Kollerhofs am Eichberg seine Kategorie, während das Weingut Hutter mit Muscaris erfolgreich war.

Damit eignen sich PIWI-Weine für Gute Weine nicht nur als Nachhaltigkeitsthema. Sie sind inzwischen ein eigener Teil der aktuellen steirischen Weinlandschaft.

Wie schmeckt Muscaris?

Muscaris gehört zu den aromatischsten bekannten PIWI-Sorten. Typisch sind intensive Eindrücke, die an Muskateller erinnern können. Häufig werden Muskat-, Zitrus-, Blüten- und Kräuteraromen beschrieben.

PIWI Österreich charakterisiert Muscaris als kräftig und stoffig mit ausgeprägter Muskat- und Zitrusaromatik sowie intensiver Säure.

Die Sorte entstand aus einer Kreuzung von Solaris und Gelbem Muskateller. Gerade die aromatische Nähe zum Muskateller macht sie für Weintrinker interessant, die duftige Rebsorten bereits mögen.

Ist Muscaris immer süß?

Nein. Das ist eines der wichtigsten Missverständnisse.

Aktuelle steirische Weine zeigen eine enorme Spannweite. Es gibt trockene Muscaris-Weine mit sehr wenig Restzucker ebenso wie halbtrockene, liebliche und süße Varianten. Ein aktueller trockener Muscaris aus dem Vulkanland weist beispielsweise rund 1 Gramm Restzucker pro Liter auf. Andere steirische 2025er-Muscaris liegen deutlich höher; einzelne süße Varianten kommen auf mehr als 40 Gramm.

Die intensive Aromatik einer Rebsorte sagt deshalb nicht automatisch etwas über ihren Zuckergehalt aus.

Praxis-Tipp: Wer aromatische Weine mag, aber keinen süßen Wein möchte, sollte bei Muscaris ausdrücklich nach „trocken“ suchen. Duftintensität und Süße sind zwei verschiedene Eigenschaften.

Welche Speisen passen zu Muscaris?

Ein trockener Muscaris kann besonders gut funktionieren, wenn ein Gericht ebenfalls aromatische Komponenten mitbringt.

  • leichte asiatische Küche mit Kräutern
  • Gerichte mit Zitrus- oder Ingwernoten
  • aromatische Vorspeisen
  • milder Ziegen- oder Frischkäse
  • als Aperitif, wenn ein duftiger Wein gewünscht ist

Bei sehr süßen Varianten verschiebt sich die Kombination entsprechend in Richtung Dessert oder Käse. Deshalb sollte bei Speisenempfehlungen immer zuerst der konkrete Ausbau geprüft werden.

Wie schmeckt Souvignier Gris?

Souvignier Gris kann stilistisch deutlich anders auftreten als Muscaris. PIWI Österreich beschreibt die Sorte häufig als gehaltvoll und kräftig-stoffig, nennt aber gleichzeitig saftige und ausgeprägt fruchtige Varianten.

Typische steirische Weine zeigen unter anderem würzige, kräuterige, apfelige oder blumige Eindrücke. Je nach Ausbau können auch kräftigere Strukturen entstehen.

Wer Muscaris wegen seiner ausgeprägten Muskateller-Aromatik zu intensiv findet, könnte deshalb mit einem trockenen Souvignier Gris einen interessanten Einstieg in PIWI-Weine finden.

Ist Souvignier Gris mit Grauburgunder vergleichbar?

Schon der Name kann dazu verleiten, eine unmittelbare Verbindung zum Grauburgunder herzustellen. Geschmacklich können einzelne Souvignier-Gris-Weine durchaus einen kräftigeren Weißweinstil zeigen, dennoch handelt es sich um eine eigenständige Rebsorte.

Man sollte sie deshalb nicht als „neuen Grauburgunder“ behandeln. Sinnvoller ist ein tatsächlicher Vergleich im Glas. Wer generell verstehen möchte, wie stark Rebsorte und Ausbau den Stil eines steirischen Weißweins verändern, findet dazu auch unseren Ratgeber Morillon oder Chardonnay? Steirischen Weißwein verstehen.

Welche Speisen passen zu Souvignier Gris?

Trockene und körperreichere Varianten können relativ vielseitige Speisenbegleiter sein. Bei einem aktuell dokumentierten steirischen Souvignier Gris werden beispielsweise Muscheln, gebratener Fisch und Schweinebraten empfohlen.

Als Orientierung kommen daher unter anderem infrage:

  • gebratener oder kräftigerer Fisch
  • Muscheln und Meeresfrüchte
  • Schweinefleisch
  • cremige Gemüsegerichte
  • mildere Käsegerichte

Auch hier entscheidet der konkrete Stil. Eine restsüße Variante verlangt nach anderen Speisen als ein trockener, straffer Souvignier Gris.

Muscaris und Souvignier Gris im direkten Vergleich

Eigenschaft Muscaris Souvignier Gris
Aromatik häufig deutlich, muskatig, zitrisch, blumig, kräuterig häufig würziger, fruchtig bis kräftig
Körper von frisch bis kräftig-stoffig häufig mittelkräftig bis gehaltvoll
Säure kann deutlich und lebendig sein häufig stabile Säure
Trocken möglich? ja ja
Süß möglich? ja ja
Für Muskateller-Fans besonders interessant weniger naheliegend
Zu Fisch je nach Aromatik häufig sehr interessant
Für PIWI-Einsteiger gut bei Freude an aromatischen Sorten gut bei Wunsch nach klassischerem Weißweinstil

Muscaris und Souvignier Gris sind Qualitätswein-Rebsorten

Ein weiterer verbreiteter Irrtum lautet, PIWI-Weine seien grundsätzlich eine niedrigere oder rechtlich weniger anerkannte Weinkategorie. Das stimmt für Muscaris und Souvignier Gris nicht. Beide Sorten dürfen nach der österreichischen Rebsortenverordnung zur Erzeugung von Qualitätswein verwendet werden.

Auch im steirischen Weinbau gehören Muscaris und Souvignier Gris zu den empfohlenen Weißweinrebsorten.

Auf dem Etikett können daher ganz regulär Qualitätsweinangaben stehen. Wie solche Bezeichnungen einzuordnen sind, erklärt unser Beitrag Steirisches Weinetikett verstehen: DAC, Ried und Jahrgang.

Sind Muscaris und Souvignier Gris DAC-Rebsorten?

Nein, als PIWI-Rebsorten gehören sie nicht zu den steirischen DAC-Leitrebsorten. Das ist wichtig, weil „Qualitätswein“ und „DAC“ nicht dasselbe bedeuten. Ein Wein kann österreichischer Qualitätswein sein, ohne als sortenreiner steirischer DAC-Wein vermarktet zu werden.

Das Weinlexikon zu PIWI-Rebsorten von Wein Steiermark weist ausdrücklich darauf hin, dass PIWI-Sorten keine DAC-Rebsorten sind.

Merksatz: PIWI beschreibt in erster Linie Eigenschaften beziehungsweise die Züchtung einer Rebsorte. Qualitätswein beschreibt eine rechtliche Qualitätskategorie. DAC bezeichnet ein geschütztes Herkunftssystem. Diese Begriffe dürfen nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Wie Gebiets-, Orts- und Riedenwein funktionieren, erklären wir ausführlicher im Beitrag Steirischen Wein richtig auswählen.

Ist PIWI-Wein automatisch Bio?

Nein. Pilzwiderstandsfähige Rebsorte und biologischer Weinbau sind zwei unterschiedliche Dinge.

PIWI-Reben können den Pflanzenschutzaufwand deutlich reduzieren. Ein Betrieb wird dadurch jedoch nicht automatisch zu einem zertifizierten Biobetrieb. Aktuelle steirische Beispiele zeigen genau das: Es gibt Muscaris- und Souvignier-Gris-Weine mit Biozertifizierung und andere ohne entsprechende Kennzeichnung.

Wer gezielt Biowein kaufen möchte, sollte deshalb zusätzlich auf die Bioangabe beziehungsweise Zertifizierung des konkreten Weins und Betriebs achten.

Brauchen PIWI-Reben überhaupt keinen Pflanzenschutz?

Auch diese Aussage wäre zu pauschal. PIWI steht für erhöhte Widerstandsfähigkeit, nicht für absolute Unverwundbarkeit. Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass gegen wichtige Pilzkrankheiten deutlich weniger Behandlungen notwendig sein können. Wie stark sich der Aufwand tatsächlich reduziert, hängt unter anderem von Sorte, Standort, Witterung, Krankheitsdruck und Betriebsführung ab.

Für Verbraucher ist deshalb die Formulierung „weniger Pflanzenschutz möglich“ seriöser als das Versprechen „komplett ohne Pflanzenschutz“.

Wie aktuell sind PIWI-Weine in der Steiermark?

Sehr aktuell. Die steirische Weinsuche enthält mittlerweile zahlreiche Weine aus Muscaris und Souvignier Gris – aus der Südsteiermark, dem Vulkanland und weiteren Teilen der Steiermark.

Unter den verfügbaren Stilrichtungen finden sich:

  • trockene sortenreine Muscaris-Weine
  • halbtrockene und liebliche Muscaris-Weine
  • süße Muscaris-Varianten
  • trockene Souvignier-Gris-Weine
  • süße Varianten
  • Cuvées aus Muscaris und Souvignier Gris
  • Bio-PIWI-Weine
  • Schaumweine aus PIWI-Rebsorten

Damit ist „PIWI“ heute keine einzelne Stilrichtung. Für Konsumenten wird die Auswahl ähnlich vielfältig wie bei etablierten Rebsorten.

Welche aktuellen PIWI-Weine zeigen die Bandbreite?

Ein Blick auf steirische 2025er-Weine zeigt, wie unterschiedlich dieselbe Rebsorte ausfallen kann.

Beispiel Stil Was es zeigt
Muscaris aus Eichberg trocken, Stahltank aromatischer PIWI muss nicht süß sein
Muscaris aus Gamlitz süß dieselbe Sorte kann völlig anders ausgebaut werden
Souvignier Gris aus Eichberg trocken, würzig körperreicher Speisenbegleiter möglich
Souvignier Gris aus dem Vulkanland süß auch hier existieren restsüße beziehungsweise süße Stile
Muscaris/Souvignier-Gris-Cuvée trocken beide Sorten können auch bewusst kombiniert werden

Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen vereinfachten Rebsortenbeschreibungen im Internet: Der Sortenname allein reicht nicht aus, um vorherzusagen, wie ein PIWI-Wein tatsächlich schmeckt.

Wie findet man den passenden PIWI-Wein?

Vor dem Kauf helfen fünf konkrete Fragen:

  1. Trocken, halbtrocken oder süß?
    Gerade bei Muscaris unbedingt prüfen.
  2. Wie aromatisch soll der Wein sein?
    Muscaris kann ausgesprochen intensiv duften.
  3. Wird der Wein zum Essen getrunken?
    Dann kann ein trockener Souvignier Gris besonders interessant sein.
  4. Wie wurde der Wein ausgebaut?
    Stahltank, Holz oder andere Verfahren beeinflussen den Stil zusätzlich.
  5. Ist Bio wichtig?
    Dann ausdrücklich auf Zertifizierung achten – PIWI allein reicht nicht.

PIWI-Weine beim Winzer vergleichen

Gerade bei weniger bekannten Rebsorten ist eine Verkostung besonders hilfreich. Viele Weintrinker verfügen bereits über eine Vorstellung davon, wie Sauvignon Blanc oder Weißburgunder schmeckt. Bei Muscaris und Souvignier Gris fehlt diese Erfahrung häufig noch.

Interessant wäre beispielsweise ein Vergleich aus:

  • trockenem Muscaris
  • trockenem Souvignier Gris
  • einer Cuvée aus beiden Sorten

So lässt sich unmittelbar erkennen, ob die aromatischere oder die ruhigere Stilrichtung besser gefällt.

Unser Ratgeber Weinverkostung beim Winzer zeigt, welche Fragen beim Vergleich verschiedener Weine besonders hilfreich sind.

Wer anschließend direkt einkaufen möchte, findet außerdem praktische Hinweise zum Weinkauf direkt beim Winzer.

Warum PIWI auch ein Innovationsthema ist

PIWI-Rebsorten zeigen gut, dass sich auch ein traditionsreiches Produkt wie Wein kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Sorten treffen auf neue Anbaumethoden, andere Konsumentenerwartungen und einen stärkeren Fokus auf Ressourceneffizienz.

Gleichzeitig entscheidet letztlich nicht der Innovationsfaktor allein darüber, ob ein Wein erfolgreich ist. Ein neuer Wein muss vor allem schmecken und zum gewünschten Anlass passen.

Wer Entwicklungen und Produktneuheiten auch über die Weinwelt hinaus verfolgt, findet auf neue-produkte.net weitere Informationen zu neuen Produkten.

Fünf verbreitete Irrtümer über PIWI-Wein

  1. „PIWI ist gentechnisch verändert.“
    Nein. Die Sorten entstehen durch Kreuzungszüchtung und Selektion.
  2. „PIWI ist automatisch Biowein.“
    Nein. Rebsorte und Bewirtschaftungszertifizierung sind getrennte Themen.
  3. „PIWI braucht niemals Pflanzenschutz.“
    Zu pauschal. Die Widerstandsfähigkeit ermöglicht eine deutliche Reduktion, bedeutet aber keine vollständige Immunität.
  4. „PIWI-Wein ist kein richtiger Qualitätswein.“
    Muscaris und Souvignier Gris dürfen in Österreich für Qualitätswein verwendet werden.
  5. „PIWI schmeckt immer ungewöhnlich.“
    Die Stilistik reicht inzwischen von sehr aromatischen bis zu erstaunlich klassischen Weißweintypen.

Häufige Fragen zu PIWI-Weinen aus der Steiermark

Was bedeutet PIWI bei Wein?

PIWI ist die Kurzform für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Sie besitzen eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen wichtige Pilzkrankheiten und können dadurch den Pflanzenschutzaufwand reduzieren.

Ist Muscaris ein PIWI?

Ja. Muscaris ist eine pilzwiderstandsfähige Weißweinrebsorte und darf in Österreich für Qualitätswein verwendet werden.

Ist Souvignier Gris ein PIWI?

Ja. Auch Souvignier Gris gehört zu den pilzwiderstandsfähigen Sorten und ist in Österreich als Qualitätswein-Rebsorte zugelassen.

Wie schmeckt Muscaris?

Muscaris ist häufig sehr aromatisch und kann an Muskat, Zitrusfrüchte, Blüten und Kräuter erinnern. Der tatsächliche Stil hängt stark vom Ausbau und Restzucker ab.

Wie schmeckt Souvignier Gris?

Souvignier Gris kann würzig, fruchtig und körperreich wirken. Es gibt sowohl kräftigere als auch frische, saftige Stilrichtungen.

Ist Muscaris dasselbe wie Gelber Muskateller?

Nein. Muscaris ist eine eigenständige Rebsorte. Gelber Muskateller gehört allerdings zu den Elternsorten und erklärt die geschmackliche Verwandtschaft.

Ist PIWI-Wein automatisch trocken?

Nein. Sowohl Muscaris als auch Souvignier Gris werden in der Steiermark trocken, restsüß oder süß angeboten.

Sind PIWI-Weine automatisch Bio?

Nein. Sie können biologisch bewirtschaftet werden, doch PIWI bezeichnet die Rebsorte beziehungsweise deren Widerstandsfähigkeit und keine Biozertifizierung.

Ist PIWI-Wein DAC?

PIWI-Sorten gehören in der Steiermark nicht zu den eigentlichen DAC-Rebsorten. Qualitätswein und DAC sind unterschiedliche weinrechtliche Begriffe.

Welcher PIWI eignet sich für Einsteiger?

Wer Gelben Muskateller und aromatische Weißweine mag, kann mit trockenem Muscaris beginnen. Wer einen würzigeren und häufig etwas klassischer wirkenden Weißweinstil bevorzugt, sollte Souvignier Gris probieren.

Fazit: PIWI nach Geschmack auswählen – nicht nur nach Nachhaltigkeit

Muscaris und Souvignier Gris zeigen, wie vielfältig moderne steirische PIWI-Weine inzwischen geworden sind. Muscaris spricht mit seiner intensiven Muskat-, Zitrus- und Kräuteraromatik besonders Freunde duftiger Rebsorten an. Souvignier Gris kann dagegen kräftiger, würziger und stilistisch zurückhaltender auftreten.

Die Nachhaltigkeitsvorteile der widerstandsfähigen Reben sind wichtig – für Weintrinker sollte trotzdem der konkrete Wein im Mittelpunkt stehen. Trockenheit, Säure, Ausbau, Jahrgang und persönlicher Geschmack entscheiden mehr über den Genuss als das Kürzel PIWI allein.

Wer beide Sorten nebeneinander probiert, bekommt deshalb den besten Eindruck davon, wie unterschiedlich die Zukunft des steirischen Weins bereits heute schmecken kann.

Redaktioneller Stand: Oktober 2026. Angaben zu aktuellen Weinen und Wettbewerbsergebnissen beziehen sich auf die zum Redaktionszeitpunkt verfügbaren Informationen. Sortimente und einzelne Weine können sich ändern.

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